Gesetzliche Ruhezeiten und Mittagsruhe

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von Daria Krauzowicz

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In diesem Ratgeber:

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Manchmal kommst du nach Hause und willst dich einfach entspannen. Da hast du gerade ein Kaffee gemacht und bist eigentlich bereit zu relaxen! Aber wie, wenn die Nachbarn schon wieder laute Musik anmachen, in hohen Schuhen über deinem Kopf rumlaufen, die Kinder schreien und der Staubsauger loslärmt… Das ist doch ein Alptraum, oder?

Gibt es gesetzliche Regelungen zu den Ruhezeiten? Was dürfen Nachbarn überhaupt? Gibt es eine Mittagsruhe für die hart verdiente Siesta? Wir bringen in unserem Ratgeber Licht in dieses lärmende Thema!


Gesetzliche Ruhezeiten

Das wichtigste zuerst: In Deutschland gelten keine bundeseinheitlichen Regeln für gesetzliche Ruhezeiten. Die Uhrzeiten, zu denen Mieter und Nachbarn besonders Rücksicht aufeinander nehmen müssen, werden von den Bundesländern festgesetzt. In den meisten Fällen gilt die gesetzliche Nachtruhe von 22:00 bis 6:00 oder 7:00 Uhr. An Sonn- und Feiertagen muss ganztägig auf Ruhe geachtet werden.

Das klingt nicht so streng. Darf man also tagsüber machen was man will? Glücklicherweise nein! Wenn der Lärm erheblich oder sogar gesundheitsschädlich wird, musst du es auf gar kein Fall einfach hinnehmen. Wer den ganzen Tag hämmert und bohrt oder die Elektromusik niemals runterdreht, kann mit hohen Bußgeld bestraft werden.

Wann ein Geräusch zur Lärmbelästigung wird, hängt von der Uhrzeit, dem Ort und dem jeweiligen Entstehungsumfeld zusammen. Für Altbauten gelten beispielsweise andere Vorschriften zum Schallschutz, als für Neubauten. Die genaue Information dazu findest du in deiner Hausordnung oder fragst bei deinem Vermieter nach.



Gibt es eine Mittagsruhe?

Eine gesetzliche Mittagsruhe gibt es leider nicht. Das Bundes-Immissionsschutzgesetz schreibt jedoch vor, dass bestimmte laute Gartengeräte auch wochentags nur zu bestimmten Uhrzeiten benutzt werden dürfen. Zum Beispiel ist die Benutzung von Rasenmähern, Kettensägen, Schreddern und Vertikutierern werktags von 7 bis 20 Uhr erlaubt. Zu den anderen Zeiten sowie an Sonn- und Feiertagen herrscht für die motorbetriebenen Gartenhelfer Zwangspause. Für Geräte, die noch lauter sind, gelten strengere Regelungen: So dürfen Grastrimmer, Kantenschneider oder Laubbläser nur werktags von 9 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 17 Uhr lärmen.

Eine Möglichkeit die Mittagsruhe zu sichern ist, diese in der Hausordnung festzulegen. Gilt für das Haus eine Hausordnung, müssen sich alle Bewohner daran halten. So kann man eine Regel einführen, die besagt dass keine laute Geräusche während der Mittagsstunden entstehen sollen. Manche Vermieter erweitern darüber hinaus die Nachtruhezeiten für das Wochenende, sodass samstags schon ab 20:00 Uhr Ruhe herrschen muss. Die Hausordnung gilt jedoch immer nur für das jeweilige Haus. Sieht die Hausordnung des Nachbarhauses keine oder andere Ruhezeiten vor, müssen Mieter Lärmbelästigungen durch Nachbarn auch während der eigenen Ruhezeiten hinnehmen.


Lärmende Nachbarn: Vom Kläger zum Angeklagten

Zuerst hatte Romina B. gerne mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter in der neuen Wohnung gewohnt. Doch schon bald störten Stampfen, Rumpeln und Poltern aus der darüberliegenden Wohnung permanent den Alltag der jungen Familie. Unzählige Male baten die Eltern die Nachbarin um Rücksicht, informierten den Vermieter, oder riefen bei nächtlicher Ruhestörung verzweifelt die Polizei… Jetzt hier weiterlesen, wie die Familie mit der Hilfe von MieterEngel das Problem ultimativ bewältigen könnte.




Wann kann ich die Ruhestörung melden?

Bei Ruhestörungen durch Nachbarn empfehlen wir wie folgt vorzugehen: Bevor Du irgendetwas anderes versuchst, unbedingt das persönliche Gespräch suchen. Erkläre, welche Geräusche dich stören und versuch erstmal das Problem einverständlich zu lösen. Wenn das nicht helfen sollte, ist der zweite Schritt normalerweise ein Anruf an deinen Vermieter. Am besten bereitest du dazu ein Lärmprotokoll vor, in dem du das Datum, die Uhrzeit und die Art der Störung festhältst. Der Vermieter muss dann für dich handeln. Je nach Art der Lärmbelästigung kann er den rücksichtslosen Nachbarn abmahnen, ordentlich oder sogar fristlos kündigen. Anstelle des Vermieters kannst du dich auch an das Ordnungsamt oder die Polizei wenden. In immer mehr Städten können Ruhestörungen sogar online bei sogenannten Internetwachen oder Onlinewachen angezeigt werden.


Mindestens ein ruhiger Sonntag bitte?

Sonn- und Feiertage gelten ganztägig als Ruhetage. Laute Geräusche und Lärmbelästigung müssen also den ganzen Tag über vermieden werden. Rasenmähen ist dementsprechend am Sonntag nicht erlaubt, sondern gilt als Ruhestörung. Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen dürfen sonntags jedoch benutzt werden. Auch Kinder dürfen am Sonntag draußen spielen. Es gilt die Regel: der gesunde Menschenverstand hilft! Einfach (und nicht nur) am Sonntag auch an deine Mitmenschen denken und etwas Rücksicht auf andere nehmen, schon können alle miteinander in Frieden wohnen.


Mietrechtsschutz im digitalen Mieterschutzclub

Wenn Reden nicht hilft, solltest du dir einen rechtlichen Beistand holen und gegen die Ruhestörung vorgehen. Unsere Partneranwälte prüfen deinen Fall und alle in diesem Zusammenhang auftretenden Fragen umfassend. Auch Regelungen in deinem Mietvertrag werden hierzu unter die Lupe genommen und auf ihre Wirksamkeit hin überprüft. Ruhestörung kann das Leben unerträglich machen, daher zögere nicht zu handeln, statt weiter zu leiden!




Info: Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Frag jetzt unsere Partneranwälte um Rat.