Schreiben vom Anwalt – Was kostet ein Anwaltsbrief?

von Maritta Seitz

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Was kostet ein Anwaltsbrief an den Vermieter?
Quelle: @Siora Photography – unsplash.com


Viele Mieter machen dieselbe Erfahrung und erhalten keine Reaktion, wenn sie sich mit einem dringenden Problem an den Vermieter wenden. Ob SMS, WhatsApp, Anruf, E-Mail oder Brief – der Vermieter antwortet einfach nicht. Schnell macht sich eine Mischung aus Frust und Machtlosigkeit breit – dazu die Erkenntnis, dass man alleine nicht weiterkommen wird.

Wer in der Kommunikation mit dem Vermieter in eine Sackgasse geraten ist, kann die Dinge mit einem Anwaltsbrief schnell wieder ins Rollen bringen. Während ein Brief vom Mieter schnell im Papierkorb landet, kann ein Schreiben mit Anwaltsbriefkopf schwerlich ignoriert werden, da rechtliche Konsequenzen drohen. Mit welchen Kosten müssen Mieter bei einem Anwaltsschreiben rechnen? Wir stellen drei Preisoptionen vor.

Lesen Sie in diesem Ratgeber u.a.:



1. In welchen Fällen lohnt sich ein Brief vom Anwalt?

Ein Anwalt kann die Kommunikation zwischen Mieter und Vermieter in allen Angelegenheiten übernehmen: Egal ob es um die Kündigung des Mieters, den Widerspruch gegen eine Kündigung oder eine Mängelrüge geht. Genauso kann der Anwalt ein Schreiben zur Rückforderung der Kaution, oder die Antwort auf ein Schreiben des Vermieters verfassen.


2. Honorarvereinbarung für Anwaltsschreiben

Wenn ein Anwalt einen Brief im Namen des Mieters verfasst, hat er zwei Möglichkeiten seine Tätigkeit in Rechnung zu stellen: Er kann vorab eine Honorarvereinbarung mit dem Mieter treffen, oder nach Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) abrechnen. Im Falle einer Honorarvereinbarung einigen sich Mieter und Vermieter vorab auf einen festen Betrag oder Stundensatz, für Verfassen und Versand des anwaltlichen Schreibens.


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3. Abrechnung des Anwaltsbriefs nach RVG

Im Gegensatz zur Honorarvereinbarung ist die Abrechnung des Anwaltsschreiben anhand des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes etwas komplizierter. Bei dieser Art der Kostenberechnung muss zuerst der Streitwert des Falles ermittelt werden. Bei einer Mieterhöhung beträgt der Streitwert beispielsweise das 12-fache der zusätzlich geforderten Miete. Soll die Miete um 200 Euro erhöht werde, beläuft sich der Streitwert auf 2400 Euro.

Je nach Höhe des Streitwerts wird eine gestaffelte Geschäftsgebühr fällig, die der Anwalt je nach Aufwand mit einem Faktor von 0,5 – 2,5 multipliziert. Bei eine außergerichtliche Beratung zum Mietrecht wird in der Regel der Faktor 1,3 verwendet. Die Gebühr zum Streitwert können Mieter dem Gebührenverzeichnis entnehmen oder mittels eines RVG-Rechners errechnen. Für einen Streitwert von 2400 Euro beträgt sie 201 Euro.

Neben der Geschäftsgebühr kann der Anwalt auch eine Postpauschale für Briefpapier, Druck und Versand des Briefes erheben und es wird die Mehrwertsteuer in Höhe von 19% fällig. Bei einer Mieterhöhung von 200 Euro belaufen sich die Gesamtkosten für einen Anwaltsbrief damit auf 334,75 Euro. Je höher der Streitwert eines Falls, desto teurer wird auch das Anwaltsschreiben, das für die Angelegenheit verfasst werden soll.

Streitwert bei Mieterhöhung um 200 €: 2400,00 €
Geschäftsgebühr: 201 € x 1,3 = 261,30 €
Postpauschale: 20,00 €
MwSt.: 53,45 €
Kosten für Anwaltsschreiben: 334,75€

4. Schreiben vom Anwalt über MieterEngel

Über MieterEngel können sich Mitglieder von spezialisierten Partneranwälten zum Mietrecht beraten lassen. In vielen Fällen können Mieter nach der Beratung eigenständig Schreiben verfassen und an den Vermieter senden. Dazu stellt MieterEngel eine Vielzahl von Vorlagen zur Verfügung, die auf den einzelnen Fall angepasst werden können: Die beratenden Anwälte unterstützen Mieter bei der inhaltlichen Ausarbeitung.

Wir empfehlen allen Mitgliedern, Briefe an den Vermieter stets als Einschreiben zu versenden. Nur so haben Mieter einen Nachweis, dass und wann das Schreiben dem Vermieter zugestellt worden ist.

Wer sich nicht die Mühe machen möchte ein eigenes Schreiben zu verfassen, oder, wer seinem Anliegen durch den Briefkopf des Anwalts noch mehr Nachdruck verleihen will, hat jederzeit die Möglichkeit seine bestehende MieterEngel-Mitgliedschaft zu erweitern. In der MieterEngel-Premium-Mitgliedschaft sind in jedem Mitgliedsjahr zwei Schreiben vom Partneranwalt sowie eine Mietrechtsschutzversicherung enthalten.

Ein Upgrade von der Basis- zur Premium-Mitgliedschaft kostet lediglich 70 Euro. In der Regel reichen zwei Anwaltsbriefe aus, um ein mietrechtliches Problem mit dem Vermieter beizulegen. Stellt sich ein Fall als besonders hartnäckig heraus, können weitere anwaltliche Schreiben günstig zugebucht werden.


5. Fazit zum Anwaltsschreiben

Ob Kündigung, Mahnung oder Kautionsrückforderung – wer als Mieter unsicher ist, wie ein Brief an den Vermieter aussehen soll, hat die Möglichkeit einen Anwalt mit der schriftlichen Kommunikation zu beauftragen. Auch wenn sich der Dialog mit dem Vermieter festgefahren hat, oder der Vermieter jegliche Kontaktaufnahme verweigert, kann ein anwaltliches Schreiben weiterhelfen.

Anwälte haben unterschiedliche Möglichkeiten das Verfassen und Versenden von Briefen abzurechnen. Je nach Fall kann eine Honorarvereinbarung für Mieter günstiger als eine Abrechnung nach Rechtsanwaltsvergütungsgesetz ausfallen. Besonders kostengünstig sind Anwaltsbriefe im Rahmen einer Mitgliedschaft bei MieterEngel zu haben. Ein Upgrade zur Premium-Mitgliedschaft ist jederzeit möglich und umfasst zusätzlich zu zwei Schreiben vom Partneranwalt zudem eine Mietrechtsschutzversicherung.




Info: Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Fragen Sie jetzt unsere Partneranwälte um Rat.