Stress mit dem Nachbarn – wie Mieter sich bei Ruhestörungen verhalten können

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von Daria Krauzowicz

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Auszug

Streit mit den Nachbarn kann Mietern das Leben schnell erschweren



Fast jeder Mieter kennt es: alle Nachbarn im Haus sind nett und zuvorkommend, nur eben der eine nicht, der nur Probleme macht. Sowas kann schnell passieren, wenn Menschen mit verschiedenen persönlichen Vorlieben und anderen Gewohnheiten aufeinander treffen. Das Zusammenleben in Mehrfamilienhäusern läuft deswegen nicht immer reibungslos. Die häufigste Probleme fangen bei Lärmbelästigung an. Nicht nur laute Feierabende, sondern auch nächtliches Staubsaugen und Tanzen in Absatzschuhen kann deine Nachbarn verärgern. Was kannst du tun, wenn du wieder nicht schlafen kannst? Lohnt es sich, sofort die Polizei anzurufen oder vielleicht doch erstmal das Gespräch suchen? Und schmeißt du selbst eine WG-Party, ohne die Wut der Nachbarn auf dich zu ziehen?


Die Hausordnung solltest du auf jeden Fall durchlesen

Die Hausordnung ist ein Regulativ des Mietgebrauchs. Eine Hausordnung kann beispielsweise die Benutzung und Reinigung von Gemeinschaftsräumen oder auch die Reinigung des Treppenhauses durch die Mieter regeln. Zulässig sind weiterhin Vorschriften über die Sicherheit der Wohnanlage, individuelle Ruhezeiten, ordnungsgemäßes Lüften und Heizen sowie Regeln für das Abstellen von Fahrrädern und Kinderwagen im Hausflur oder von Fahrzeugen auf dem Gelände. Von hoher Relevanz ist insbesondere im Sommer das Grillen auf dem Balkon.



Grundlegende Regel für das Zusammenleben

Die gesetzliche Nachtruhe liegt zwischen 22 und 6 Uhr. Mieter müssen sich während dieser Zeit so verhalten, dass sie ihr Umfeld nicht stören. Fernseher, Radio und Co. sind daher nur in Zimmerlautstärke erlaubt. Meist legt die Hausordnung zusätzliche Ruhezeiten von 13 bis 15 Uhr und von 22 bis 7 Uhr fest. Auch Feiern und Partys hebeln die gesetzliche Nachtruhe nicht aus, sodass grundsätzlich nach 22 Uhr in Zimmerlautstärke weiter gefeiert werden muss. Lediglich bei besonderen Feiern (Silvester, Hochzeit, etc.) sind Ausnahmen erlaubt. Geburtstage zählen leider nicht dazu.

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Was kannst du gegen lärmenden Nachbarn tun?

Andauernde Ruhestörungen können dein Leben in einen Alptraum verwandeln. Selbst wenn du das Recht auf deiner Seite hast, kann es immernoch sein, dass der Lärm nicht besser wird. Musiziert, tanzt und saugt dein Nachbar trotz Einigungsversuch unbeirrt weiter, hast du folgende Möglichkeiten:

  • Die zuständige Behörde (meist die Ordnungsbehörde) und in Extremfällen die Polizei informieren. Der Nachbar erhält dann eine Auflage oder sogar ein Bußgeld
  • Ruhestörung beim Vermieter melden und ihn durch Setzen einer Frist auffordern, für Ruhe zu sorgen. Es gehört zu den Pflichten des Vermieters, in solchen Fällen einzuschreiten und störende Mieter abzumahnen
  • Miete mindern: Wenn der Vermieter nicht reagiert und auch der lärmende Nachbar nicht zur Vernunft kommt, hast du das Recht auf eine Mietminderung
  • In Extremfällen kann ständiger Lärm eine fristlose Kündigung rechtfertigen

Falls dein Problem mit den Nachbarn dringend wird, lohnt es sich professionelle Hilfe zu holen. Als Mitglied bei MieterEngel kannst du dich jederzeit von unseren ausgewählten Partneranwälten beraten lassen. Ein Fachmann kann besser einschätzen, wie du am besten vorgehst und wenn nötig, ein Schreiben an deinen Vermieter verfassen. Da diese Art von Problemen sehr individuell sind, bedarf es auch einer individuellen rechtlichen Einschätzung.




Wann schalte ich die Polizei ein?

Wir empfehlen die Polizei erst dann anzurufen, wenn du das Problem nicht durch deine eigene Ansprache lösen kannst. Deine Nachbarn sind auch nur Menschen und es lohnt sich nach einer friedlichen Lösung zu suchen, bevor du den Notruf wählst. Falls es nicht geht, kann die Polizei den Ruhestörer ermahnen und ein Bußgeld von bis zu 5000 € verordnen. Bei Wiederholungen kann auch durchaus die Lärmquelle, z. B. die Stereoanlage, einkassiert werden. Häufig führt ein Erscheinen der Polizei bei einer Ruhestörung allerdings für Verstimmungen und Provokationen unter den Mietern. Besonders bei banalen Angelegenheiten sollte man also von einem Anruf bei der Polizei absehen.

Die Einweihungsparty solltest du unbedingt ankündigen

Du ziehst endlich in deine Traumwohnung ein und möchtest eine schöne Einweihungsparty organisieren? Die Salzstangen sind gekauft, die Spotify Playlist vorbereitet und die Einladungen per Whatsapp verschickt. Du fürchtest aber, dass deine Nachbarn schlecht reagieren könnten. Das kannst du ganz einfach vermeiden: klingel doch mal bei deinem Nachbarn und hol dir deren Einverständnis. Denn wer erst einmal ja gesagt hat, würde später ungern Stress machen. Oder lade gerne deine Nachbarn zu der Party ein, so könnt ihr euch direkt besser kennenlernen. Wir haben ein paar hilfreiche Tricks für die Ankündigung deiner Party für dich zusammengestellt.

Auch wenn es nicht immer einfach ist, ein freundschaftliches Verhältnis zu deinen Nachbarn aufzubauen, lohnt sich der Versuch auf jeden Fall. Das friedliche Zusammenleben ist nicht nur angenehm, sondern auch sehr hilfreich. Jeder braucht ab und zu ein bisschen Milch am Sonntag, wenn der Kühlschrank leer ist oder will ein Paket bei Nachbarn abgeben lassen. Falls du also irgendwann überlegst, wegen Ruhestörung die Polizei zu rufen, sprich doch noch einmal deinen Nachbarn höflich an!


Mietrechtsschutz im digitalen Mieterschutzclub

Als Mitglied bei MieterEngel erhältst du immer zuverlässige Antworten zu allen mietrechtlichen Fragen. Ob kleinere Unstimmigkeiten oder ausgewachsener Nachbarschaftsstreit: Bei Problemen mit dem Nachbarn kannst du sowohl deinen Mietvertrag als auch die Hausordnung prüfen lassen. Außerdem schätzen unsere Rechtsanwälte anhand deiner Schilderungen ein, ob und in welcher Höhe du ein Recht auf Mietminderung hast und erläutern das weitere Vorgehen sowohl gegen den störenden Nachbarn als auch gegen den Vermieter. Für 79 Euro kannst du dich ein Jahr lang von unseren Anwälten zu allen Fragen rund um das Thema Mieten beraten lassen.




Info: Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Fragen Sie jetzt unsere Partneranwälte um Rat.