Wie es ist das Lockdown in Spanien durchzumachen

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Von Daria Krauzowicz

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Seit paar Jahren wohne ich in Spanien und es ist zweifellos mein Lieblingsland. Aber niemand konnte ahnen, dass ich 2020 europaweit eine der strengsten Maßnahmen und Sperrungen durch die Coronakrise werde durchstehen müssen? Spanien ist eigentlich ein Land, in dem die Menschen immer auf der Straße sind, wo abends glücklich Tapas geteilt werden, wo laut gelacht und gesprochen wird, Kinder bis Mitternacht draußen spielen dürfen und wo niemand am Wochenende zu Hause bleibt. Aber dann kam aber die Coronakrise…

… Am 13. März hat Spanien den nationalen Notstand ausgerufen. In den Nachrichten liefen keine anderen Nachrichten mehr als die gruselige Zahlen von Angesteckten und Gestorbenen. Madrid brannte. Barcelona brannte. Das öffentliche Gesundheitssystem ist zusammengebrochen, in Krankenhäusern gab es keine Betten mehr, es gab auch keine Masken und keine entsprechende Ausstattung für das Personal. Es war richtig schlimm. Was bedeutete aber der nationale Notstand für einen durchschnittlichen spanischen Mitbewohner?


Die Maßnahmen

Zum einen, dass du nur deine Wohnung verlassen darfst, wenn du tatsächlich einen Grund dafür hast. Einkaufen zum Beispiel geht. Aber Achtung, falls du auf der Straße von der Polizei angehalten wirst, musst du einen aktuellen Kassenbon bereithalten. Du darfst auch nur den kürzesten Weg zwischen deinem Wohnsitz und dem Supermarkt nehmen. Wenn nicht, musst du mit einer Strafe rechnen – das kann dann ein richtig teurer Einkauf werden. Mit dem Hund darfst du auch nur innerhalb von 200m zu deiner Wohnung Gassi gehen. Und ja, es wurde tatsächlich kontrolliert. Ob du die Anordnungen befolgst oder nicht, musst du dir sehr gut überlegen: Jeder Ausflug, den du nicht rechtfertigen kannst, konnte mit einer Geldstrafe von 600 € im besten Fall und 30.000 € im schlimmsten Fall geahndet werden.

Lockdown
Leere Straße in Madrid


Ich dachte am Anfang, na ja, ich arbeite von zu Hause, ich bin auch ziemlich introvertiert, das werde ich schon überleben. Aber es ist eine Sache, zu Hause zu bleiben, weil du es willst. Es ist eine ganz andere, wenn dir jemand sagt, dass du deine vier Wände nicht verlassen darfst und überall Polizei und Militäre rumlaufen um dich zu schnappen, falls du es doch versuchst.


Die allgemeine Stimmung war wirklich nicht gut. Wie sollte es aber unter diesen Umständen auch gut sein? Viele Leute machten sich Sorgen um ihre Zukunft. Spanien lebt in vielen Städten hauptsächlich von Tourismus und Gastronomie. Beide Branchen wurden hart getroffen, da sie komplett zwangsweise durch den Lockdown geschlossen wurden.. Es war auch nicht abzusehen, wann wieder die alte Normalität einkehren würde oder wie die “neue Normalität” aussehen wird.



Die kleinen Hoffnungen

In all diesem Drama gab es ein Gefühl der Gemeinschaft und noch viel wichtiger: Humor. Nachbarn hängten Notizen mit ihren Telefonnummern in dem Aufzug für die, die Hilfe benötigen. Die Menschen gingen mit ihren Teddybären aus oder fuhren mit einem Hund im Rucksack Fahrrad. Die Anzahl an Videos und Memes, die sich über diese Situation lustig gemacht haben, war unzählbar. Wir gingen auch jeden Abend um 8 Uhr auf unsere Balkone, um die Menschen zu ehren, die an der vordersten Front gegen das Virus arbeiten. Alle meine Nachbarn hatten optimistische Botschaften an ihre Fenster gehängt oder gemalt, andere änderten jeden Tag die Anzahl der Tage, die die Quarantäne andauerte (56 Tage insgesamt!).


Lockdown
Mit dem Hund darf man ja raus


Am 26. Mai war es endlich soweit: Die Spanier durften zum ersten Mal wieder rausgehen um einfach nur spazieren zu gehen oder Sport zu treiben (natürlich nur individuell). Das aber in genau festgelegten Zeitfenstern: Sport und Spazieren zwischen 6 und 10 Uhr oder zwischen 20 und 24 Uhr. Ältere Menschen durften zwischen 10 und 12 Uhr nach draußen. Kinder den ganzen Tag, außer in der Zeit, wenn die älteren Menschen draußen waren. Hört sich kompliziert an? So war es auch! Seit paar Wochen gibt es aber keine Begrenzungen mehr. Ich persönlich drehe mich trotzdem immer noch um und drücke den Kassenzettel in meiner Hand ganz fest wenn die Polizei vorbeifährt. Noch etwas hat sich verändert! Wir begrüßen uns auch nicht mehr mit zwei Küssen, erstmal gibt es nur die Ellbogen-Ellbogen Begrüßung.

Jetzt ist der Sommer eingezogen. Wir warten auf die internationalen Gäste, öffnen langsam alle Geschäfte, Hotels und Bars und versuchen die Welt zu überzeugen, dass es doch sicher ist, seinen Urlaub in Spanien zu verbringen. Wir werden aus dieser Krise mit einem anderen Verständnis des Wortes „Gemeinschaft“ herauskommen. Und hoffentlich, werden wir ähnliche Situation nicht noch Mal durchmachen müssen.


Mietrechtliche Hilfe in der Coronakrise

Trotzdem bleiben leider viele Fragen offen: Wie lange dauert die Krise noch an? Werde ich Schwierigkeiten mit der Wohnung haben? MieterEngel begleitet dich selbstverständlich auch in dieser schwierigen Situation und garantiert mietrechtlichen Schutz. Lass dich von unseren professionellen Partneranwälten zu deinem speziellen Fall beraten. Sie prüfen deinen Mietvertrag und geben klare Handlungsempfehlungen innerhalb von 48 Stunden. Als Mitglied kannst du immer mit außergerichtlicher Rechtsberatung deines Anwalts zu allen Mietrechtsthemen zählen. Mit MieterEngel erhältst du Schutz – das ganze Jahr über.